Die eigentliche Idee zu unserem podcast…… ist dem polnischen Eigensinn zu verdanken, frei leben zu wollen, an Freiheit zu glauben und der Sehnsucht nach Normalität. Leider ist es im wahren Leben ganz anders. Corona hat uns viel geraubt, aber auch Zeit zum Nachdenken geschenkt. Es hat unsere Wahrnehmung der Welt, unsere Bedürfnisse verändert. Wir müssen mit vielen Einschränkungen leben und vieles akzeptieren. Aber es gibt einen Weg. Wir laden Sie ein Fern-Führungen-Podcast zu nutzen um auf diesem Wege nach Polen zu reisen, interessante Leute kennenzulernen, von anderen Ländern zu träumen und Pläne zu schmieden. Wir haben unsere besten Stadtführer in Polen gefragt: „Wie ist Ihr Leben?“, „Wie sehen Sie Ihren Beruf, Ihre Stadt und Ihre Zukunft aus Ihrer aktuellen Perspektive?“. Die Arbeit an dem Podcast hat uns ganz viel Freude bereitet. Wir rechnen mit ganz vielen Reisehungrigen, die ihre Freude daran finden, was wir vorbereitet haben. Zu unserem ersten Gespräch und zu folgenden laden wir Sie herzlich ein.

Das Redaktionsteam um Maria Jajte und Magdalena Tejwan-Bopp, freut sich auf Kommentare & Anregungen. Einfach eine E-Mail schreiben, dann meldet sich das Team bei Ihnen.
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Foto: Andreas Kasperski

Heute spreche wir – mit Andreas Kasperski – unserem Freund und Stadtführer in Danzig (auf Polnisch Gdańsk) und Umgebung über diese und einige andere Themen. Wir sitzen und trinken Tee, ich leider in Nürnberg (Norymberga) und Andreas in Sopot.

Andreas, wann hat dein Abenteuer mit Danzig begonnen? Wann hast du dir z.B. das Rathaus von Danzig angeschaut und Dir dann gesagt: hier werde ich leben und arbeiten? Was hat dich in dieser Stadt so fasziniert, dass du hier geblieben bist und nicht nach anderen beruflichen Herausforderungen suchen ?

Ich denke, das war so ungefähr vor 15 Jahren als ich in der Touristeninformation in Zoppot gearbeitet habe und Menschen kamen, die immer wieder nach Danzig oder bestimmten Sehenswürdigkeiten gefragt haben und da merkte ich wie viel Spaß es mir macht ihnen davon zu erzählen und vor allem, dass ich es nicht in zwei Sätzen beantworten kann, dass es mir Freude macht sie dazu anzuregen die anderen Gesichter oder alle Gesichter der Stadt sich anzugucken. Irgendwie hatte es mich dazu bewegt mir dann später mir zu sagen, Mensch, trotz des Wissens, was ich ja habe familienbedingt und herkunftsbedingt. Es ist nie zu viel, wenn es um Bildung geht oder Ausbildung. Und so habe ich beschlossen doch später noch mal einen Stadtführerkurs zu machen und eben dann schon offiziell den Menschen, den Kunden, den fantastischen Freunden, die ich hier seit Jahren begrüßen darf, meine Heimatstadt zu zeigen. Dazu kommt es ja auch noch, dass wir gebürtige Danziger sind. Meine Familie ist ja auch 1945 vor den Russen geflüchtet nach Berlin überwiegend. Meine Mutter ist mit ihrem Vater wie durch einen Zufall, einen traurigen Zufall, in Danzig geblieben, weil meine Großmutter, die schwanger im Krankenhaus lag. Die hat meinen Großvater daran gehindert die Stadt zu verlassen. Das hat dafür gesorgt, dass wir hiergeblieben sind und ich kann mich erinnern, mein Leben lang, ob es meine Mutter war oder meine Tante, es hieß ja immer, Mensch das ist unser Danzig oder wir mögen Danzig so wie es ist, egal das ist unser Danzig. Auch wenn wir dann bei der Oma zusammen saßen beim Käffchen und Zigarettchen, umgeben von den schönen alten Danziger Möbeln. Es kamen manchmal auch Vertreter der polnischen Minderheit aus der Zeit der freien Stadt Danzig zu Oma zu Besuch. Dann nach ein paar Sätzen auf Polnisch sobald sie das Thema Danzig angesprochen haben, sprachen sie Deutsch und es war irgendwie selbstverständlich und diese Mischung das Polnischen, das Deutschen. Es macht die Stadt ganz besonders und so ist auch bis heute.

Ist es ein Privileg, ein Stadtführer in Danzig zu sein?

Es ist wirklich ein Privileg gerade durch Danzig führen zu dürfen. Es gibt sicherlich Städte, die vielleicht nicht so schön sind, die gerade hier im ehemaligen deutschen Osten durch die Rote Armee zerstört wurden. Und wenn man die Leute durch so eine Stadt führen müsste, könnte man zwar von der Vergangenheit, wie schön es hier gewesen sei, erzählen, aber man würde nichts davon sehen, dann wäre es bestimmt schwieriger. Danzig ist schon eine Besonderheit und da kann ich mich glücklich schätzen. Ich habe immer wieder auf Reisen durch das heutige Polen gesagt: man stelle sich jetzt vor, der Zug würde jetzt hier halten oder der Bus und man müsste hier aussteigen, weil man hier wohnt… Jesus Maria. Natürlich klingt es bisschen abwertend, was ich gesagt habe, aber es ist tatsächlich so. Nur Danzig und Zoppot. Sonst nichts. Und so schön wie wir es hier haben, ist es wirklich ein Privileg. Gerade vorgestern habe ich Bilder von Danzig gepostet und da hat mir jemand geschrieben: Andreas, ein Kompliment an dein Talent, was die Fotografie betrifft. Da habe ich geantwortet: ja, bei der Schönheit Danzigs braucht man kein Talent. Und in Wirklichkeit ist es so. Ich versuche natürlich die vielen Gesichter der Stadt zu zeigen, mit voller Leidenschaft aber auch, wenn ich es nicht machen würde, so glaube die Menschen würden es spüren. Es ist einfach eine wunderschöne Stadt mit toller Geschichte.

Andreas was ist deine Lieblingsrouten um Danzig, die schönste, die märchenhafteste?

Du hast schon gemerkt, dass wir zwar immer vom Dreistadt(Danzig/Gdansk, Gdingen/Gdynia und Zoppot/Sopot) sprechen, aber für mich gibt’s eigentlich nur die Zweistadt. Ich liebe mein Danzig, ich liebe mein Zoppot. Gdynia lieg mir nicht so am Herzen, obwohl ich weiß, einige meine Exfreundinnen waren von dort, aber das war der einzige Grund, weswegen ich dahin gefahren bin. Irgendwie geschichtlich und auch die Gründe für die Entstehung der Stadt Gdynia sind anders als bei Danzig oder Zoppot, deshalb so unterschiedlich auch meine Einstellung der einen Stadt gegenüber. Deshalb, wenn es um meine Lieblingsroute geht, das ist eben die, die ich mit meinen Kunden immer wieder fahre oder gehe, das ist einmal, die Innenstadt, natürlich schön, auch als Kulisse, Erinnerung an die Vergangenheit, an den Reichtum Danzigs. Wieder aufgebaut in den 50er – Jahren, aber mich fasziniert das Wahre das eigentliche Danzig, das nicht zerstört war, das eventuelle durch die Nachkriegszeit bisschen heruntergekommen ist, aber jetzt durch die tollen Sanierungsprogramme der Stadt wieder zum neuen Leben erweckt wird. Deshalb ist es mir so wichtig, dass die Menschen nicht nur die Innenstadt, sondern auch die anderen Gesichter der Stadt kennenlernen, die wahren Gesichter könnte man fast sagen.

Obwohl das Zentrum natürlich toll ist, mit dem pulsieren Leben, mit vielen Cafés, völlig anders durch den Wiederaufbau als die normalen Fußgängerzonen oder Altstädte in Deutschland ohne große Geschäfte aber dafür mit umso mehr Kneipen und Cafés. Dadurch auch den ganzen Abend und teilweise im Sommer auch Nachts lebendig und international. Das ist das tolle, was uns so begeistert und es ist toll.

Aber danach fahre ich gerne nach Langfuhr, das Günter Grass Viertel, was auch viele Gesichter hat. Auf der einen Seite die Erinnerung an Günter Grass und die Helden seiner Romane. Das Denkmal, diese schone frühere Mariengasse, heute Wajdeloty, wo die sanierten Häuser die Menschen dazu animiert haben, dort schöne Cafés aufzumachen, als ein schönes malerisches Viertel, mitten in der Stadt, was in der Nachkriegszeit total grau und langweilig war. Jetzt ist es eben das, wo sich junge Menschen treffen. Dann fährt man auf die anderen Seite – der Hauptstraße, die alle Stadtteile Danzigs in der Mitte durchschneidet. So auch das Langfuhr. Dann fährt man auf die anderen Seite, wo die schönen alten Villen sind, der ersten reichen Danziger – Jäschkentaler Weg und gleich daneben rechts im Wald die alte Waldbühne mit dem rekonstruierten Gutenberg-Denkmal, im Jäschkentaler Wald, auf der andere Seite, die Königshöhe.

Also wieder mal mitten der Stadt Natur, völlig andere Welt, und dann ein schönes altes Häuschen mit Schweizer Schnitzereien, das frühere Restaurant Forsthaus aus der Vorkriegszeit. Erwartet man überhaupt nicht, 5 Minuten von der Hauptstraße weg. Und danach natürlich Oliwa, auch wider malerisches Viertel, und anschließend das Seebad Zoppot, mit fantastischen Waldwanderwegen, 60% der Stadt da sind Grünflächen. Natürlich der pulsierende Kurort mit dem längsten Holzseesteg Europas. Das gehört dazu, das moderne, schicken Leben. Und dann fahre ich aber immer wieder gerne oder vielleicht sogar am liebsten, bin auch jeden Abend mit meinem Hund dort, in das Viertel meiner Oma, direkt hier im Zentrum, rechts davon, die sogenannte Niederstadt, mit den alten Bastionen, die da noch erhalten geblieben sind, mit dem Zickzack-Umfluter um die Stadt. Eine wunderschöne Natur, 5 Minuten zum Fuß von Rathaus in der Innenstadt entfernt und schöne alte Häuser. Diese natürliche Mischung, nicht nur Touristen, auch Einheimische, mittlerweile in der alten Gewerbefabrik auch schöne Restaurants, coole Cafés. Es sind nicht so viele wie in Innenstadt aber diese Mischung, normale Leute. Hier mal vielleicht auch ein Säufer, der da auf der Bank schläft.

Auf der anderen Seite – alte Straßenbahn, die an alte Straßenbahnlinie erinnert, die es seit den 80er Jahren nicht mehr gibt, durch den Bau der hässlichen Ost-Westtangente, die die Stadt in zwei geteilt hat. Das alte Krankenhaus, die alte Gewehrfabrik, dieser schöner halbrunder Bau in der Weidengasse als einziges Beispiel der modernen Architektur der 30er Jahre für die eigentlich Gdingen bekannt ist. Das haben wir in Danzig auch. Also die natürliche schöne Mischung – Natur, verschiedene Menschen, Bewohner, nicht erzwungen aber auch natürlich coole Cafés, wo sich junge Leute treffen. Das ist eben meine Niederstadt, das ist mein Herz der Stadt. Und wenn man da an diesem Umfluter steht, mitten in der Natur das Haus meiner Großeltern, die ganzen anderen Bauten eines alten schönen Viertels, das auch industriell bekannt war, durch diese alte Gewehrfabrik und andere, die es dort gab. Und im Hintergrund sieht man die Türme der Rechtsstadt als Kulisse. Das ist für mich mein Danzig.

Ich erinnere mich… Es war eine Reise, an der ich teilgenommen habe. Ein Reiseteilnehmer hat den Stadtführer ständig mit einem Buch in der Hand kontrolliert. Ich denke, um ein Stadtführer zu sein, muss man Menschen mögen und manchmal auch schwierige Fragen von Fremden vertragen. Was sind deine Erfahrungen in diese Hinsicht?

Also ich habe laute positive Erfahrungen mit meinen Gästen gehabt. Vielleicht auch durch die Besonderheit meiner Rundfahrten und weil ich mich immer den Menschen als ein Freund anbiete, den sie gerade hier in Danzig besuchen und denen er die Stadt zeigen will. Nicht wie so ein sturer Stadtführer, der auf die Uhr schaut und nur an das Geld denkt und so weiter. Obwohl ich damit nicht sagen will, dass die meisten es so machen. Aber ich will einfach ein Kumpel sein und deshalb, wenn mir jemand frech kommt, dann antworte ich auch frech. Die sollen die Stadt und mich so kennenlernen wie ich bin, ohne dass man sich verstellt. Und ich glaube deshalb, weil die Leute das individuelle bei mir suchen, habe ich auch fast nur interessante Personen, Persönlichkeiten, Journalisten, Fernsehteams aber auch individuelle Touristen, die auch mein größter Reichtum sind. Mit den meisten bin ich bis heute nach so vielen Jahren befreundet. Wir sind ständig im Kontakt auf WhatsApp. Manchmal habe ich auch ein Problem damit… Jesus Maria, wer hat sich da jetzt gemeldet, oder wer ist das , weil ich natürlich mir nicht alle merken kann. Aber so wie man in den Wald schreit, so kommt es auch zurück. Und deshalb sage ich immer auch: wenn ich pleite sein sollte, so sind der größte Reichtum für mich die Menschen, die ich hier für Danzig begeistern konnte und die auch mich begeistern, in der Art wie sie sind und wie sie hier auf mich zukommen. Also super, kann ich nur bestätigen.

Notfalls da ich meine Kunden während der ganzen Aufenthaltszeit hier in Danzig betreue, auch wenn ich manche nicht führen kann, weil ich bereits gebucht bin, dann lasse sie immer mich über WhatsApp anschreiben damit ich Ihnen Tipps geben kann. Ich will, dass sie durch mich sich hier wohlfühlen, nicht nur damit ich Geld verdienen kann. Ganz im Gegenteil, sie sollen sich, ob mit mir, oder mit jemand anderen einfach hier wohlfühlen.

Dadurch habe ich keine schlechten Erfahrungen. Das einzige, was tatsächlich bei manchen Deutschen auffällt, das ist ja diese übertriebene politische Korrektheit und wenn mir da jemand so kommt, na ja, dann gebe ich ihm natürlich das Gegenfeuer, weil als Kumpel und freier Mensch kann ich mir das erlauben und das wissen die meisten Kunden auch zu schätzen, eben meine lockere und offene Art, ohne mich da irgendwie zu verstellen, weil die Vorschrift es nicht zulässt. Und dann sage ich irgendwie, wenn jemand sagt: Herr Kasperski, deutsche Inschriften an den Wänden. Stört es die Polen nicht?

Dabei erzähle ich ihnen die ganze Zeit über unsere fantastische Stadtpolitik, Erinnerungen an die Vergangenheit, die wir akzeptieren, auf die wir auch sehr stolz sind. Deshalb auch die deutschen Inschriften, Kunstprojekte und sonst was, Straßenbahnen mit deutschen Namen. Also die Freiheit nehme ich mir.

Nein, schlechte Erfahrungen oder übertriebene pingelige Kunden habe ich eigentlich nicht gehabt.

Wäre eine Reise nach Danzig und in die Umgebung von Danzig ein lohnendes Projekt?

Tia, was die Umgebung Danzigs betrifft, so könnte ich stundenlang darüber reden. Es ist auch sehr interessante Ecke aber heute vielleicht so wie ich versprochen habe sollten wir uns auf mein geliebtes Danzig und Sopot konzentrieren. Zum Thema Umgebung gibt es so viel zu sagen, da will ich nur ein paar Stichworte nennen: entweder die Kaschubei, die jeder könnt, die Kaschubische Schweiz, schöne Hügelreiche Landschaft die man hier im Norden gar nicht vermutet, die man aber auch hier in Danzig sieht dank der schönen Hügel und Wälder.

Auf die andere Seite auch die Route der Herrenhäuser und Schlösser der alten preußischer Adelsfamilien. Auch sehr schöne Sache aber ich selber liebe dann doch mehr die andere Seite. Nicht Richtung Norden und Richtung Westen von Danzig, sondern in Richtung Osten. Das Gebiet, das direkt hinter der Innenstadt und der Niederstadt beginnt, nämlich das Werder. Das Danziger Werder, was sich in Richtung Marienburg zieht, die für jeden ein Begriff ist.

Wunderschöne flache Landschaft, wie es sich im Norden gehört, mit Weitschicht, ohne dass uns ein Hügel den Blick verstellt, mit sehr vielen Kanälen… Hubbrücken, so wie in Holland so bisschen, mit schönen Locations, wo man schön regionale Produkte essen kann, Pirogen oder Fisch …. Und mit den für das Werder und das ehemalige Westpreußen typischen Vorlaubenhäusern.

Manche davon sind schön restauriert, manche schon verfallen und man kann sie trotzdem noch besichtigen, und wenn man weiter fahren möchte, fast schon in die nächste Region, dann mache ich Ausfliege an den Oberländischen Kanal, wo eben auf Schienen, auf Loren, Schiffe über die sogenannten Schiefen Ebenen gezogen werden.

Auch wieder Einmalig in Europa -…. seit 150 Jahren dank dem preußischen Ingenieur Georg Steenke

Das ist auch natürlich sehenswert. Aber wie gesagt, wenn du mich wieder einladen solltest, dann werde ich dir detailliert die Umgebung Danzigs erklären. Heute sollte es eben bei dem Schwerpunkt beliebtes Danzig, geliebtes Zoppot bleiben.

Kannst Du uns ein gutes Restaurant empfehlen?

Empfehlen könnte ich natürlich jede Menge tolle Kneipen und Restaurants, nicht nur, weil ich sie mag, sondern weil ich auch hier einige kulinarische Kritiker und Journalisten hatte in den letzten Jahren. Da gibt’s ganz tolle Sachen. Aber um jetzt wenigstens so die ersten wichtigsten zu nennen, wobei natürlich mittlerweile in Danzig zu viele tolle Kneipen gibt, dass ich sie selber gar nicht alle kennen kann und wo ich einfach auch von meinem Kunden erfahre Mensch Andreas da war es toll, da war es toll, da war es toll. Jetzt kann man einfach auf Entdeckungsreise gehen und man wird so gut wie nie enttäuscht, ganz im Gegenteil. Das sagen mir eben auch die Journalisten. Aber wenn es so auf die Schnelle gehen sollte, dann sage ich hier in meiner Ogarna Straße, der früheren Hundegasse, gibt’s das fantastische Restaurant Canis, in einem der einzigen zwei Gebäuden, die den Krieg überstanden haben. Also tolle Inneneinrichtung, ab 19 Uhr immer dezente Livemusik, fantastische Küche, Service wie man es in den besten Restaurants im Westen kennt. Also das Canis. Gegenüber von mir auch in der Hundegasse, das Pomelo – junge Leute, die auch politisch aktiv sind, die regionalen Produkten verwenden, alles selber machen auch eingelegtes Gemüse und sonst was verwenden für das Zubereiten ihrer Speisen. Zum Frühstück sind hier fast immer alle Tische voll Wunderschöne Stimmung, das wäre das.

Zwei Gassen weiter in den früheren Jopengasse, gibt’s das Cafe Len, speciality Coffee, es gibt dort verschiedene Zubereitungsarten, tolle Bedienung. Morgens machen sie eigenes Hefegebäck mit Himbeeren und Vanillesauce. Einfach ein Traum, und tolle Kuchen. Auf dem Beischlag vorne kann man sitzen, man kann auch drinnen sitzen. So bisschen alternative Stimmung aber erstklassige Qualität was Kaffee betrifft und Kuchen und eben auch die Bedienung. Das wäre das nächste. Was ich sonst noch gerne mag, das ist natürlich eben schon die erwähnte Niederstadt. Da gibt’s das Café Publiczna also das öffentliche Café in der alten Gewehrfabrik. Auch wieder, ihr merkt das schon, ich liebe Kaffee und Kuchen. Das wären so die Sachen. Und natürlich das Werftgelände, dieser Containersiedlung 100cznia. Da gibt’s internationale Küche in jedem Container frisch zubereitet von internationalem Publikum auch. Da ist es tatsächlich so, wenn indisches Essen, dann von einem Inder zubereitet, was man da gar nicht vielleicht erwartet. Das wäre so einer meiner Lieblingsplätze auch jetzt ohne so ein typisches Restaurant zu nennen.

Kannst Du uns einen kleinen Souvenirladen empfehlen?

Wenn es um Andenken geht, da gibt es natürlich viele Souvenirläden, aber ich bin jetzt kein großer Freund von Kühlschrankmagneten. Deswegen für mich ist schon seit Jahren eines der ersten, ja Souvenirshops ist eigentlich den falschen Namen. Dieser Laden nennt sich Szafa Gdańska, also der Danziger Schrank und da gibt’s schöne Bücher teilweise auch in Fremdsprachen publiziert. Da gibt’s keinen Kitsch, da gibt es selbst bedruckte T-Shirts, schöne Postkarten, Porzellantassen usw.. Danziger Schrank hier gleich um die Ecke in der Gerbergasse. Und natürlich ganz besonders, was ich immer öfter empfehle von unserem bekannten Stadtfotografen, der leider von 2 Monaten an Krebs gestorben ist, dessen Vater auch Stadtfotograf war, der Herr Kosycarz – Galeria Sztuk Różnych in der Hundegasse. Das ist eine Galerie in der auf der einen Seite dieser Fotograf eben die Abzüge von den Bildern seines Vaters aus der Zeit der 50er und 60er Jahre verkauft, schwarz-weiß Aufnahmen. Sehr interessant und auf der anderen Seite die Frau Beneda, die ihre schönen Danziger, Zoppoter und Gdinger Motive also tatsächlich damit die Dreistadt zur Geltung kommt, lebendig auf Porzellantassen, auf Tüchern, sogar auf Gesichtsmasken bzw. auf Kalendern verkauft. Das wären so die zwei Läden.

Wie kommst du während der Corona Zeit zurecht? Wir haben es alle besonders in der Touristik nicht leicht.

Die komische Coronazeit ist natürlich nicht leicht für uns im Tourismus. Man kann dieses Jahr nicht von viel Erfolg sprechen. Wir sollen froh sein, dass uns gelungen ist irgendwie dieses Jahr zu überstehen, in der Hoffnung, dass die nächste Saison 2021 wieder normal und schön sein wird, so wie früher. Glücklicherweise arbeite ich auch seit Jahren -meistens über die Winterzeit- als Dolmetscher und Übersetzer, damit konnte ich mich bis jetzt auch in den Sommermonaten über Wasser halten.

Vielen Dank lieber Andreas, dass, du der beste Danziger Botschafter und ein unglaublich unterhaltsamer und charmanter Redner, so viel Zeit heute für mich und unsere Zuhörer gefunden hast.

Uns allen wünscht unser Unternehmen Polenreisen und Informationszentrum der Stadt Krakau aus Nürnberg Normalität, viel Gesundheit und dass wir bald in Danzig wieder treffen!
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