Kanuwandern ist eine Form des Wanderns, die einen sehr engen Kontakt zur Natur ermöglicht. Es ist eine sehr ökologische und nachhaltige Art des Reisens und entspricht somit auch der Philosophie des Slow Travelings. Dabei können wir uns das Reisetempo selbst auferlegen und es auf langsames Reisen einstellen.  

Viele polnische Flüsse sind wild und nicht befestigt, die meisten fließen durch relativ unbewohnte Gebiete, durchqueren Wälder und schlängeln sich durch weite Wiesen. Ihre Umgebung ist ruhig und friedlich, so dass die Wahrscheinlichkeit, seltene Tierarten zu sichten, sehr hoch ist. Vom Fluss oder See aus sieht die Welt ganz anders aus – wir erleben die Natur von „innen“, erreichen die Einheimischen auf unerwartete Weise und wecken Interesse. Wir können das Leben am Ufer ungestört beobachten. Auf einem Kanu oder Kajak gewinnen wir Abstand zur Welt um uns herum. Mit dem Kajak oder Kanu können wir problemlos Orte erreichen, die für Autofahrer oder sogar Fußgänger unzugänglich sind. Es ist eine völlig einzigartige Möglichkeit, das Land und die Natur zu erkunden. Es ist nicht anspruchsvoll, ermöglicht aber aus dem täglichen Rhythmus, geprägt von Pflichten und der ständigen Hektik, auszubrechen.

Wassersport ist eine Art Nationalsport in Polen

Schätzungen zufolge fahren 4 bis 5 Millionen Menschen in Polen regelmäßig oder gelegentlich Kajak. Polen verfügt über ausgezeichnete Bedingungen für den Wassersport: über 10 Tausend km Flüsse, Seen und Kanäle, die für den Kanusport geeignet sind, fast 800 km Wasserstraßen, viele Wälder und vom Menschen fast unberührte Gebiete. Es gibt also eine Menge zu entdecken!

Kajakfahren: Günstig und für alle attraktiv

Außerdem ist Kajakfahren eine der günstigeren Aktivitäten. Das Equipment ist nicht teuer und kann kostengünstig gemietet werden. Sie benötigen keine Lizenz und müssen auch keinen Kurs absolviert haben. Außerdem müssen Sie auch nicht  in perfekter körperlicher Verfassung sein, um einen ausgewählten Abschnitt der Route zu paddeln – Kanufahren ist nicht besonders anspruchsvoll, und bietet die Möglichkeit, das Tempo an die eigenen Fähigkeiten anzupassen.  Durch die Wahl des Gewässers können Sie das Abenteuer an Ihre Bedürfnisse anpassen. Möchten Sie eine entspannte Zeit in der Natur verbringen, können Sie einen Fluss mit ruhiger Strömung und ohne größere Hindernisse wählen. Sind Sie auf der Suche nach dem Adrenalinkick dann bezwingen Sie einen Bergfluss mit vielen Stromschnellen. 

Hier sind einige Tipps für Wasserreisen für Anfänger in Nordpolen:

  1. Die Brda fließt in Nordpolen durch den Tuchola-Wald, die Bytowskie-Seenplatte und die Krajenskie-Seenplatte und ist ein Nebenfluss der Weichsel. Sie ist ein echter Wasserweg – lang, leicht zu befahren, perfekt markiert und hat zwei große Vorteile – viele Seen auf der Strecke und unzählige Wälder, die sie auf ihrem gesamten Lauf begleiten.
  2. Der Fluss Drweca ist der einzige lange Fluss in Polen, der auf seinem gesamten Verlauf durch ein Naturschutzgebiet fließt. Und hier gibt es was zu schützen: Sauberes Wasser, seltene Fische, Waldseen, malerische Schluchten. Der Fluss fließt in Richtung Weichsel durch ein tiefes Trockental, dessen hohe Hänge dicht an das Wasser heranreichen und der Strecke einen bergigen Charakter verleihen. Die Route ist für Menschen geeignet, die neben dem Abenteuer auch die Entdeckung reizvoller Ecken und Denkmäler in den Vordergrund stellen. Der Fluss Drweca war einst die Grenze des Deutschen Ordens, der befestigte Städte und Grenzburgen hinterließ.
  3. Fluss Krutynia: Unter den befahrbaren Flüssen ist die Krutynia sehr beliebt und auch in ausländischen Reiseführern als ein attraktiver masurischer Fluss bekannt. Er ist reizvoll mit seiner üppigen Vegetation, langen Mäandern und kleinen Seen. Der Fluss wurde oft in der Literatur beschrieben und somit auch sehr beliebt bei Touristen. Leider ist es im Sommer überfüllt, aber außerhalb der Saison ist Krutynia ruhig und jedem zu empfehlen, der Ruhe und Nähe Natur schätzt. 
  4. 5. Der Fluss Biebrza: Sümpfe, Schilfgürtel, Binsen und Altarme, durch die sich der „Biberfluss“ Biebrza in ausgefallenen Serpentinen schlängelt. Dies hat ihm den Namen des polnischen Amazonas eingebracht. Der Fluss ist unbefestigt, wild und stellt das einzige große Gebiet mit Torfsumpflebensräumen in Europa dar. Auf der Biebrza treibend, kann man sich stundenlang zwischen den Schilfwänden bewegen und dabei wilde Tiere beobachten. Fast von der Quelle bis zur Mündung fließt der Fluss durch den Biebrza-Nationalpark.

 

 

Kajaktouren in Polen

Über die Autorin Magdalena Tejwan-Bopp

Ich bin Magdalena Tejwan-Bopp. Schon als kleines Mädchen war es mein großer Traum, die Welt zu entdecken. Doch das Reisen war zu meinen Kindheitstagen für die meisten Polen unerreichbar. Dennoch ließ ich keine Gelegenheit aus, mit den Eltern zum Wandern in die Berge zu fahren oder tagelange Kajaktouren durch die polnische Fluss- und Seenlandschaft zu machen. So entstand meine Liebe zu Natur- und Aktivreisen schon in meiner frühen Kindheit. Doch der Austausch zu neuen Kulturen und fremden Ländern blieb weiterhin ein unerfüllter Traum. Das einzige Fenster aus dem damals abgeschotteten Land waren Brieffreundschaften mit Menschen aus der ganzen Welt, die ich lange und intensiv pflegte. Nach der Schule studierte ich Geografie. Unter dem Deckmantel einer Studienreise organisierte ich damals die erste Fernreise für meine Freunde und mich. Mit wenigen Dollars und einigen Objekten, die wir auf dem Schwarzmarkt handeln konnten, stürzten wir uns in das mehrmonatige Abenteuer. Durch Osteuropa bis nach Ostasien, von der Hitze in Bangkok bis in die eisigen Höhen des Himalaya, von den chaotischen Straßen Indiens in das hochmoderne Singapur wurden wir trotz finanzieller Not immer reicher; reicher an Erfahrungen und Erlebnissen, die sich in Geld unmöglich messen lassen. Nach meinem Studium ging ich nach Deutschland, wo ich mit meinem Mann, Clemens, einen Kajakreiseführer über die Kaschubische Schweiz aus der Reihe „Wasserwandern in Europa“ schrieb. Als ich nach Nürnberg zog machte ich meine Leidenschaft zum Beruf. Vor 22 Jahren gründete ich das Reisebüro Polenreisen und organisiere seither mit meiner Geschäftspartnerin Marie Jajte  maßgeschneiderte Reisen in mein Heimatland Polen und darüber hinaus.