Liebe Kundinnen und Kunden,

liebe Freunde,

Ostern ist nur noch ein paar Tage entfernt, deshalb möchten wir Ihnen ein friedliches und gesundes Osterfest wünschen. Leider müssen wir dieses Ostern anders verbringen, als wir es uns vorgestellt haben – Einkaufen, Ausflüge, Treffen mit der Familie und Freunden werden wieder fast unmöglich sein. Wir müssen zu Hause bleiben, weit weg von unseren Familien, aber was uns auch in der Ferne verbindet, sind die Ostertraditionen. Diese Traditionen reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück und sind nicht nur aus spiritueller Sicht wichtig, sondern sie beziehen sich auch auf den Frühling, die Jahreszeit, in der die Natur wieder erwacht. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten polnischen Ostertraditionen vor, die in jedem Haus und jeder Familie gefeiert werden.

Der Frühjahrsputz 

In der Vergangenheit war der Frühlingsanfang der perfekte Anlass für eine große Aufräumaktion. Die Häuser wurden geputzt, gestrichen, Osterschmuck gebastelt und die Zimmer damit dekoriert. Der Brauch, das Haus kurz vor Ostern zu putzen, hat sich bis heute gehalten. Nach altem Brauch müssen sich alle Haushaltsmitglieder am Frühjahrsputz beteiligen.

Das Eierbemalen 

Das Bemalen und Verzieren von Eiern ist eine der ältesten Ostertraditionen. Jede Region unseres Landes hat ihre eigene charakteristische Art, Eier zu verzieren. Ostermalereien auf Ostereiern waren meist charakteristische Volksmotive für die jeweilige Region.  Schon die alten Perser schenkten ihren Lieben rot bemalte Eier als Zeichen der Freundschaft. Ostereier sind ein Symbol des Wohlstands und des Erwachens. 

Die Karwoche

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag. Früher „April“ oder „Weide“ genannt, ist es ein sehr wichtiger Tag in der christlichen Religion. Es symbolisiert den Einzug Jesu in Jerusalem. Am Palmsonntag ist es üblich, in die Kirche zu gehen, um die sogenannten „Palemki“ zu weihen. Sie sind aus Weidenzweigen gefertigt und mit Buchsbaum und Blumen verziert. In der Vergangenheit wurde die geweihte Palme von jedem Mitglied des Haushalts leicht angeschlagen. Dann wurde es hinter einem Bild oder über einer Tür angebracht. Dies sollte sie vor Stürmen und Feuer schützen.

Triduum Sacrum

Am Gründonnerstag beginnt das österliche Triduum. Alle Gegenstände verschwinden vom Altar und die Glocken schweigen bis zur Auferstehung. Am Karfreitag findet dann der Kreuzweg statt, bei dem der Leichnam Christi in das Grab gelegt wird. An diesem Tag herrscht ein strenges Fasten. Eine der alten Traditionen war es, saure Suppe und Hering zu vergraben, die typische Fastengerichte waren. Es gab auch den Brauch, Heringe an einen Baum zu nageln. Früher wurde am Ostersamstag das Haus als Zeichen des Glücks mit Wasser besprengt. Hasel wurde verbrannt und ihre Asche wurde beim ersten Pflügen als Zeichen des Wohlstands verstreut. Heutzutage werden am Karsamstag nicht nur Lebensmittel, sondern auch Wasser, Feuer und Dornen gesegnet. Die Osterkörbe enthalten in der Regel:

  • ein Lamm aus Zucker- das Symbol für den auferstandenen Jesus
  • Eier – Symbol für entstehendes Leben
  • Brot – Symbol für den Leib Christi, Wohlstand und Wohlergehen
  • Meerrettich – Symbol für die Passion des Herrn
  • Salz – die Essenz der Wahrheit
  • Käse – Symbol der Versöhnung zwischen Mensch und Natur
  • Babka – Symbol für Fähigkeiten

Alle Hausarbeiten, wie z. B. Putzen oder Kochen des Osteressens, sollten vor der Einweihung des Korbes erledigt sein.

Ostersonntag

Der Ostersonntag – der Tag der Auferstehung – ist der wichtigste und mit Freuden erwartete Tag. Die Glocken der Auferstehungsmesse gehen einem festlichen Frühstück voraus. Der Ostertisch sollte mit einem weißen Tischtuch gedeckt und mit Buchsbaumzweigen geschmückt werden. Auf Osterbildern ist oft ein Lamm auf einem Teppich aus Kresse abgebildet. Diese dürfen auf dem Ostertisch nicht fehlen. Das Frühstück beginnt mit gegenseitigen Glückwunschbekundungen und dem Teilen der Eier. Saure Suppe, Weißwurst, Pasteten, Braten und Schinken sind die Hauptspeisen. Zum Nachtisch gibt es Ostergebäck: Torten, Mazurken und Käsekuchen. Nach dem ausgiebigen Frühstück beginnt die Suche nach dem Osterhasen und kleinen Geschenken. Die Osterhasen sind meist in der Wohnung oder im Garten versteckt und die Suche nach ihnen macht viel Spaß.

Smingus dyngus

Smingus dyngus oder Ostermontag, besteht darin, sich gegenseitig mit Wasser zu übergießen. Früher war es auch obligatorisch, sich gegenseitig mit Weidenzweigen zu schlagen (smingus). Um Smingus zu vermeiden, musste man sich mit Ostereiern, Süßigkeiten oder Geld eindecken (das nennt man Dyngus)

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Osterfest. Gerne machen wir Sie auch auf unsere Osterangebote nach Warschau, Danzig und Posen, sowie unsere Saisonreisen aufmerksam.