„Krakau – immer eine Reise wert!“ Studienfahrt der Humpis Schule Ravensburg

Studienfahrt der Kurse J 2.1 und J 2.3 nach Polen

Sonntag 22.10.2023

Am Sonntag, dem 22.10 hieß es für die Jahrgangsstufen 2.1 und 2.3 des Wirtschaftsgymnasiums früh aufzustehen, denn es ging um 7 Uhr morgens mit dem Bus nach Krakau auf Studienfahrt. Die Busfahrt verlief zum Glück ohne Probleme und ohne Stau. Mit kleinen Pausen kamen wir nach ca. 14 Stunden Fahrt in Krakau an, wo wir die Zimmer in den Hotels Kazimierz und Tournet bezogen. Danach haben wir zusammen im Hotel Kazimierz lecker Abend gegessen, bevor man den Abend selber gestalten konnte.

Montag, 23.10.2023

Am ersten Tag trafen sich beide Klassen nach dem Frühstück um 9:30 Uhr, um gemeinsam zum Rathaus zu gehen. Dort erwartete uns Nina Gabryś-Janowska, die in ihrem Vortrag über die Programme und Aktivitäten der Stadt Krakau zur Förderung von Gleichberechtigung sprach.
Im Anschluss daran wurden wir durch die Altstadt geführt, wechselten erste Euro in Zloty und besichtigten verschiedene Kirchen, vor allem die Marienkirche mit ihrem beeindruckenden Altar von Veit Stoß aus Nürnberg. Danach hatten wir dann Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Manche gingen shoppen, schlenderten nochmal durch die Altstadt, genossen die Aussicht auf die Weichsel oder entspannten im Hotel.

Später traf sich eine Gruppe dann zum gemeinsamen Abendessen mit den Lehrer/innen in einem Restaurant um die Ecke und ließ den Abend in einer Bar ausklingen.

Dienstag, 24.10.2023

Am Dienstag, dem 24.10. besuchten wir das Konzentrationslager Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz -Birkenau. Der Tag begann mit einem Dokumentationsfilm über Auschwitz, welcher uns im Bus von Monika, unserer Stadtführerin, gezeigt wurde.
Angekommen in Auschwitz, begann der Rundgang im Konzentrationslager Auschwitz 1, dem Stammlager. Ein Ort, der heute mit verschiedenen Ausstellungen versehen ist, welche uns zutiefst berührt und traurig gemacht haben.

Im Anschluss daran ging es mit dem Bus weiter zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dort begann der zweite Teil unseres Rundganges gegen 13:30 Uhr. Die Größe des Vernichtungslagers hat uns alle überwältigt und diese Eindrücke werden für uns unvergessen bleiben.
Die dortigen Gedenktafeln bewahren die wichtigste Botschaft, die uns heute noch bleibt, welche in allen Sprachen der Opfer vorzufinden war mit der Inschrift:

„DIESER ORT SEI ALLZEIT EIN AUFSCHREI DER VERZWEILFUNG UND MAHNUNG AN DIE MENSCHHEIT. HIER ERMORDETEN DIE NAZIS ETWA ANDERTHALB MILLIONEN MÄNNER, FRAUEN UND KINDER. DIE MEISTEN WAREN JUDEN AUS VERSCHIEDENEN LÄNERN EUROPAS.
AUSCHWITZ-BIRKENAU 1940-1945.“

Um 15.00 Uhr beendeten wir unsere Besichtigungen von Auschwitz 1 und Auschwitz 2. Es war ein sehr informativer und gleichzeitig erschreckender Besuch!!

Anschließend fuhren wir zum gemeinsamen Essen im MDSM in Oświęcim (Auschwitz), einer Internationalen Jugendbegegnungsstätte. Nach kurzer Vorstellung des Hauses wurden wir dort mit Essen versorgt.

Voller bleibender Eindrücke fuhren wir zurück in unsere Unterkunft nach Krakau.

Mittwoch25.10.2023

An Tag 4 unserer Reise bekamen wir die Chance, mehr über das jüdische Leben in Krakau kennenzulernen. Monika und Sylwia, unsere Reiseführerinnen und Dolmetscherinnen, hatten uns früh am Morgen abgeholt, um uns jeden Winkel des jüdischen Viertels „Kazimierz“ zu zeigen. Wir besuchten zunächst die Glaubenshäuser der Juden – Synagogen. Gleich nach ein paar Metern Fußweg erreichten wir die erste Synagoge, die die einzige in der Stadt ist, die nicht zu den orthodoxen Synagogen zählt. In ihrem Inneren ähnelte sie bezüglich der Verzierungen unseren katholischen Kirchen. Sie war mit goldenen Schnörkeln und bunten Bildern geschmückt – wunderschön. Unsere Reiseleiterinnen erzählten uns etwas über die Differenzen der orthodoxen und moderneren Juden und anschließend machten wir uns auf, um eine der acht orthodoxen Synagogen des Viertels zu besuchen. Diese war weniger bunt, dennoch aber mit viel Gold geschmückt. Wir gingen außerdem auf den jüdischen Friedhof, der sich hinter der Remuh-Synagoge versteckte, und konnten dort viel über die Gräber und die Geschichte des Friedhofes erfahren.

Nach einer kurzen Mittagspause auf dem Marktplatz von Kazimierz ging unser Tag weiter mit einem Spaziergang durch das nicht mehr erhaltene Krakauer Ghetto zum Schindler-Museum. Dieses ist sehr informativ und zeigt äußerst detailreich die Geschichte Krakaus, v.a. während der NS-Zeit.

Am Abend dieses Tages voller jüdischer Eindrücke gingen wir zum Abschluss noch in ein jüdisches Restaurant und aßen zu Abend. Unser Abendessen wurde von wunderschöner jüdischer Klezmer-Musik live begleitet, eine unvergessliche Erfahrung, die wir ohne diese Abschlussfahrt wohl nie gemacht hätten.

Donnerstag, 25.10.2023

Am Donnerstag, dem fünften Tag unserer Reise, erwartete uns mal wieder ein reichhaltiges, aber spannendes Programm.

Der Tag startete nach einem Frühstück in den Hotels mit einer Führung durch die älteste Universität Polens. Nach dieser interessanten Führung ging es mit einer zweiten Führung im Schloss Wawel weiter. Dieses liegt an einem riesigen Schlossplatz auf einem Hügel, wo wir das „Zamek krolewski na Wawelu-Museum“ besichtigten. Daraufhin setzten wir uns nach einer kurzen Mittagspause alle in den Bus, um ins Salzbergwerk Wieliczka zu fahren, und bekamen dort eine weitere Führung durch die langen und eindrucksvollen Gänge eines stillgelegten Salzbergwerkes (UNESCO-Welterbe). Wir waren alle sehr beeindruckt von der Kunst, die aus Salz hergestellt wurde. Die Kapelle in 130 Metern Tiefe war das absolute Highlight für uns. Nach dieser sehr eindrucksvollen und schönen Führung sicherte man sich das ein oder andere Souvenir aus Salz. Anschließend bekamen wir ein Abendessen in den Tiefen des Salzbergwerkes, welches leider nicht zu unseren leckersten kulinarischen Erfahrungen während unserer Reise zählte.

Danach hieß es für uns nur noch mit dem Bus zurück ins Hotel und anfangen zu packen, da wir am nächsten Morgen schon wieder aus dem Hotel auschecken mussten. Ein Großteil der Gruppe ließ den Abend wie gewohnt mit leckerem Getränk in Krakau ausklingen.

Freitag, 26.10.2023

Am Freitag, dem 27.10.2023 verließen beide Klassen gegen 9:30 Uhr ihre Hotels, um die jüdische Zeitzeugin Monika Goldwasser um 10:00 Uhr im jüdischen Zentrum anzutreffen. Sie erzählte uns viel über ihre eindrucksvolle und berührende Geschichte und wie sie mit Hilfe anderer Personen den Holocaust als Baby überleben konnte, während ihre Eltern diesem zum Opfer fielen. Es war sehr berührend, von ihrer Vergangenheit zu hören, und wir danken ihr sehr für das Teilen ihrer Lebensgeschichte.

Beendet wurde das Treffen durch eine Botschaft von ihr: „Nie werde ich Feindschaft zwischen Menschen und Völkern akzeptieren! Güte ist das höchste Gut, das wir haben.“
Nach diesem bewegendem Treffen hatten wir Freizeit, schauten das letzte Mal die schöne Innenstadt an und kauften die letzten Mitbringsel.

Als letzter offizieller Programmpunkt stand somit nur noch das Nürnberger Haus an. Dort wurde uns über die lang bestehende Freundschaft zwischen Krakau und Nürnberg berichtet und wir konnten eine Kunst-Ausstellung im Bauhausstil anschauen.

Daraufhin ging der Kurs 2.1 ein letztes Mal zusammen essen und kurz darauf hieß es auch schon für die gesamte Gruppe: Alle einsteigen, wir fahren wieder nach Hause. Unsere Rückreise begann um 18.00 Uhr und endete am frühen Samstagmorgen an der Humpis-Schule.

(Schülerinnen und Schüler der J 2.1 und J 2.3)

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