Der Sommer naht und wir schmieden voller Vorfreude und Hoffnung erste Urlaubspläne. Aber wohin in diesem Jahr, zur Corona-Zeit, wenn die Regeln und Reisebeschränkungen für den Sommer noch so undurchsichtig sind?  Am besten ist es, dorthin zu gehen, wo man keine Regeln braucht – in der Wildnis, auf Kajaks oder Fahrrädern, im eigenen Tempo, das ist, was Slow-Travel ausmacht. 

Kajakreisen lassen sich perfekt mit dem Slow-Travel Gedanken vereinen. Ideale Bedingungen für „langsames Reisen“ findet man in Polen, wo viele Gebiete dünn besiedelt sind, die Natur sehr abwechslungsreich ist und die Infrastruktur immer besser wird. Wenn wir eine Kajaktour planen, denken wir zuerst an Nordpolen. Masuren, Suwalszczyzna, Bory Tucholskie, Kaszuby, Pomorze Zachodnie sind Regionen, die am häufigsten mit Kanu-Touren in Verbindung gebracht werden und die Namen solcher Flüsse wie Czarna Hancza, Krutynia, Brda, Drawa klingen in den Ohren eines jeden Kanuten vertraut. Man könnte fast meinen, dass Kajakfahren nur im Norden Polens möglich sei. Das ist ein Irrglaube, denn interessante Flüsse gibt es in ganz Polen, auch im Süden.

Tolle Kajak-Routen im Süden Polens

Sie können von Ziemia Lubuska (Obra, Pliszka, Paklica) nach Lubelszczyzna und Roztocze (Bóg, Wieprz, Bystrzyca) paddeln. Auch in Zentralpolen finden Sie interessante Kanurouten. Die Flüsse Südpolens wie die San, Wisłoka, Dunajec, Raba, die durch Gebirge oder Vorgebirge fließen, sind nicht für jeden zu empfehlen, nicht mit jeder Ausrüstung und nicht zu jeder Jahreszeit. Erstens erfordern die schnellen Gebirgsflüsse gute technische Kajakketnisse. Zweitens ist es empfehlenswert in den schnellen Gewässern nur kurze Touren mit bestimmten Equipment zu planen, drittens sind na heißen Sommertagen wegen des niedrigen Wasserstands nicht alle Gebirgsflüsse befahrbar. 

Glücklicherweise kann man auch im Süden Polens Kajakrouten finden, die sich perfekt für den Kanutourismus im Flachland eignen. Immer öfter kann man Kajaks auf Flüssen wie der  Mała Panew, Bóbr, Barycz oder Odra finden. Sie können auch auf der Liswarta oder der oberen Warta paddeln. Das Pilica-Tal und das Nida-Tal sind ebenfalls ausgezeichnete Orte für den Kanutourismus. Biała Nida, Czarna Nida und Pilica sind ideale Flüsse für Tiefland-Rafting und für Bewohner von Süd- oder Zentralpolen ist es eine großartige Alternative zu weit entfernten Kanu-Routen, denn es dauert nur ein oder zwei Stunden, um von Krakau, Schlesien und Łódź an die Nida oder Pilica zu gelangen. Kanutouren in Polen werden immer beliebter und immer öfter fährt man statt nach Masuren an weniger bekannte Tieflandflüsse im südlichen und mittleren Teil Polens.

Die Schönsten Kajak-Routen 

Hier sind Beispiele für tägliche Kanufahrten auf polnischen Flüssen:

  • Woiwodschaft MAŁOPOLSKIE: Rafting auf dem Dunajec – von Niedzica bis Szczawnica – Streckenlänge: 20 Kilometer, Raftingzeit: ca. 3 Stunden, Route 2 – Wietrznice – Stary Sącz – Streckenlänge – ca. 25 Kilometer, benötigte Zeit für die Strecke – 3,5 Stunden, Route 3 – Szczawnica – Wietrznice bei Łącko – ca. 22 Kilometer, Raftingzeit – 3 Stunden.
  • Woiwodschaft LUBUSKIE: Rafting auf der Obrzycy: von Bojadła nach Podlegórza – Länge: ca. 17km – Dauer: ca. 2,5 Stunden
  • Woiwodschaft OPOLSKIE:  Rafting auf dem Fluss Mała Panew: – Route 1 – der Weg der Schwarzen Eiche – von Kolonowskie nach Staniszcze Małe – Länge: 10 km, Dauer: 2 Stunden. – Route 2 – auf dem Fluss Mała Panew – vom Dorf Zawadzkie zum Dorf Staniszcze Małe – Länge: 15 km, Dauer: ca. 4 Stunden.
  • Woiwodschaft PODKARPACKIE: Rafting auf dem Fluss Tanew: – Route 1 – von Harasiuki nach Ulanow – Länge: 22 km, Dauer: 5-6 Stunden. – Route 2 – auf dem Fluss San (Kanufahren nur bei niedrigem und mittlerem Wasserstand) – von Lesko nach Sanok, Länge:  24 km, Dauer: 4-5 Stunden. – Route 3 – auf dem Fluss Trzebośnica – von Hucisko nach Nowa Sarzyna, Länge: 15 Kilometer, Dauer: 3,5 Stunden.
  • Woiwodschaft DOLNOŚLĄSKIE: Auf der Barycz – Potasznia – Milicz – Länge: 14 km, Dauer: 4 Stunden. Route 2 – über Barycz – Wąsosz – Osetno – Länge: 21 Kilometer, Dauer: 5 Stunden.
  • Woiwodschaft PODLASKIE: Auf der Czarna Hańcza: – Route 1 – Stary Folwark – Maćkowa Ruda – Länge: 10 Kilometer, Dauer: etwa 2 Stunden. – Route 2 – Maćkowa Ruda – Głęboki Bród – Länge: 14 Kilometer, Dauer: 3,5 Stunden.
  • Woiwodschaft ŚWIĘTOKRZYSKIE: auf der Czarna Nida – Route 1:  Morawica – Chałupki Zbrzańskie – Länge: ca. 10 km, benötigte Zeit für die Strecke: 2 Stunden.
  • Woiwodschaft ŚLĄSKIE: auf der Przemsza: Sławków – Maczki Stare – Länge: 10 km, Dauer: ca. 2 Stunden.

Neben diesen empfehlenswerten Routen für kurze Ausflüge kann man in Polen auch mehrere Tages- oder Wochentouren unternehmen. Als Polenreisen freuen wir uns natürlich Ihnen bei der Planung einer Kajak-Reise zu helfen. 

Mit dem Kajak durch Polen

Magdalena Tejwan-Bopp über Slow Travel in Polen

Ich bin Magdalena Tejwan-Bopp. Schon als kleines Mädchen war es mein großer Traum, die Welt zu entdecken. Doch das Reisen war zu meinen Kindheitstagen für die meisten Polen unerreichbar. Dennoch ließ ich keine Gelegenheit aus, mit den Eltern zum Wandern in die Berge zu fahren oder tagelange Kajaktouren durch die polnische Fluss- und Seenlandschaft zu machen. So entstand meine Liebe zu Natur- und Aktivreisen schon in meiner frühen Kindheit. Doch der Austausch zu neuen Kulturen und fremden Ländern blieb weiterhin ein unerfüllter Traum. Das einzige Fenster aus dem damals abgeschotteten Land waren Brieffreundschaften mit Menschen aus der ganzen Welt, die ich lange und intensiv pflegte. Nach der Schule studierte ich Geografie. Unter dem Deckmantel einer Studienreise organisierte ich damals die erste Fernreise für meine Freunde und mich. Mit wenigen Dollars und einigen Objekten, die wir auf dem Schwarzmarkt handeln konnten, stürzten wir uns in das mehrmonatige Abenteuer. Durch Osteuropa bis nach Ostasien, von der Hitze in Bangkok bis in die eisigen Höhen des Himalaya, von den chaotischen Straßen Indiens in das hochmoderne Singapur wurden wir trotz finanzieller Not immer reicher; reicher an Erfahrungen und Erlebnissen, die sich in Geld unmöglich messen lassen. Nach meinem Studium ging ich nach Deutschland, wo ich mit meinem Mann, Clemens, einen Kajakreiseführer über die Kaschubische Schweiz aus der Reihe „Wasserwandern in Europa“ schrieb. Als ich nach Nürnberg zog machte ich meine Leidenschaft zum Beruf. Vor 22 Jahren gründete ich das Reisebüro Polenreisen und organisiere seither mit meiner Geschäftspartnerin Marie Jajte  maßgeschneiderte Reisen in mein Heimatland Polen und darüber hinaus.