Das heutige Rezept ist das urpolnische Krauteintopf Bigos. So umstritten die etymologische Herkunft des Wortes ist, so sicher ist, dass der Bigos das polnische Nationalgericht ist. Es gibt drei Theorien zur Herkunft des Wortes.

Die erste Theorie leitet das Wort vom italienischen Wort für Kessel (Bigutta)ab. Eine weitere mögliche Herkunft ist das altdeutsche Wort Beiguss, denn beim Kochen des Bigos muss ständig Wasser hinzugegeben werden. Die dritte Theorie sieht den Ursprung des Wortes im Lateinischen bigustus. Die zwei Wortteile bi (zwei) und gustus (Geschmack) lassen sich mit der Vereinbarung der zwei Geschmacksrichtungen süß und sauer im Bigos erklären. 

„W kociołkach bigos grzano. W słowach wydać trudno. Bigosu smakprzedziwny, kolor i woń cudną: Słów tylko brzęk usłyszy i rymów porządek;Ale treści ich miejski nie pojmie żołądek.“ - Adam Mickiewicz: Pan Tadeusz

„Im Kessel wurde Bigos gekocht. Es ist schwer in Worte zu fassen. Der Geschmack so merkwürdig, die Farbe und der Geruch so wunderbar: Worte sind nur ein Summen und die Reime Zufall; aber den Inhalt wird nur derMagen verstehen.“ - Adam Mickiewicz: Pan Tadeusz

Historisch wurde der Bigos erstmals im 15. Jhd. erwähnt. Historiker vermuten jedoch, dass der Krauteintopf, der besonders wegen seiner langen Haltbarkeit so populär wurde, schon deutlich älter ist. Damals war das Königreich Polen-Litauen, dessen Fläche beinahe ein Drittel des europäischen Kontinents einnahm, ein multikultureller Vielvölkerstaat, weshalb sich unterschiedlichste Varianten des Bigos herausbildeten. Somit hat heutzutage jeder polnischer Haushalt seine eigene Variante des besten Bigos der Welt. Hier ist eine davon:

Zutaten

  • Weißkohl (600g)
  • Sauerkraut (600g)
  • Schweine- oder Rindfleisch (1,2kg)
  • getroknete Steinpilze (100g)
  • Frische Champignons (100g)
  • Zwiebel (1)
  • Apfel (1)
  • passierte Tomaten (250g)
  • Thymian
  • Majoran
  • Paprika
  • Loorbeerblätter (2 bis 3)
  • Gemüsebrühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker
  • Rotwein (100ml)

Zubereitung

  • Weißkohl zerkleinern und mit Sauerkraut in einem geschlossenen Topf mit etwas Wasser für 40 Minuten kochen. Räucherspeck im Ganzen zum Mitgaren darüberliegende. 
  • Zeitgleich Fleisch und Wurst würfeln und etwas anbraten. Die Gewürze und Kräuter hinzugeben und bei mittlerer Hitze etwa eine halbe Stunde köcheln lassen. 
  • Nach einer halben Stunde den Räucherspeck aus dem Topf nehmen, würfeln und zum restlichen Fleisch in die Pfanne geben. Weitere zehn Minuten garen lassen. 
  • Steinpilze kurz mit Wasser einweichen und anschließend etwa zehn Minuten kochen lassen. Danach Pilze mit Kochwasser zum Kraut hinzugeben. 
  • Zwiebeln, Apfel und Steinpilze würfeln und in die Pfanne geben. Etwas Zucker hinzugeben und mit Gemüsebrühe abschmecken. 
  • Das überschüssige Wasser abgießen 
  • Die passierten Tomaten zum Fleisch geben und aufkochen lassen. 
  • Fleisch mit der Soße in den Topf geben, den Rotwein hinzufügen und gut vermengen. Alles kurz aufkochen lassen. 

Wir wünschen einen guten Appetit!

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